Soll man bei erhöhtem Cholesterinspiegel auf Butter verzichten?

Immer noch sind Herz-Kreislauf-Erkrankungen mit über 50% die Todesursache Nr. 1 in Österreich. Zahlreiche wissenschaftliche Studien der letzten Jahrzehnte haben gezeigt, dass das Risiko einer Arterienverkalkung mit der Höhe des Blut-Cholesterinspiegels ansteigt. Empfehlungen zur Senkung dieses Risikos zielen daher darauf ab, das schlechte Cholesterin (=LDL-Cholesterin) zu senken und das gute Cholesterin (=HDL-Cholesterin) zu erhöhen. Lange Zeit wurde dem mit der Nahrung zugeführten Cholesterin die größte Bedeutung für die Verkalkung der Arterien zugeschrieben. Mit wenigen Ausnahmen werden einheitlich seit Jahren in Europa wie auch in den USA Empfehlungen über den wünschenswerten täglichen Cholesterinverzehr mit maximal 300mg, statt der durchschnittlich verzehrten 400-600mg veranschlagt. Die Aussagen der vergangenen Jahre über die quantitativen Zusammenhänge zwischen Höhe der Cholesterinaufnahme und Veränderungen des Blutcholesterins fielen aber oft sehr unterschiedlich aus und wurden intensiv in der Wissenschaft diskutiert. Des Weiteren haben vor allem aber auch andere Faktoren wesentlichen (zum Großteil weitaus größeren) Einfluss auf die Höhe des Blutcholesterinspiegels:

  • Geschlecht: Frauen bis zur Menopause haben höheres HDL
  • Körpergewicht
  • andere Nahrungsfaktoren:
  • gesättigte Fettsäuren (steigernd)
  • ungesättigte Fettsäuren (senkend)
  • lösliche Ballaststoffe (steigernd)
Weitaus bedeutender als der Einfluss des über die Nahrung zugeführten Cholesterins ist v.a. die Fettzusammensetzung bei der Entstehung von erhöhtem Blutcholesterin. Am wichtigsten ist die Reduktion des Gesamtfettanteils (speziell der gesättigten Fettsäuren) in der Nahrung. Der Konsum fettärmerer Wurst -, Fleisch- und Käsesorten, größere Gemüse- und Beilagenportionen sollten daher im Vordergrund stehen. Der Effekt einer Fett- und Cholesterinaufnahme über Butter hängt maßgeblich von der Zusammensetzung der Ernährung im Allgemeinen ab. Es gibt keine schlechten oder guten Lebensmittel, sondern nur schlechte oder gute Ernährungsweisen. Eine langfristig gesunderhaltende Ernährungsweise darf jedoch einzelne Lebensmittel nicht aus dem Speisealltag verbannen. Es wäre demnach falsch, ein einzelnes Lebensmittel wie Butter zu verbieten. Der alleinige Austausch gegen ein anderes Streichfett wird an den Blutfettwerten kaum etwas ändern. Richtige Ernährung zur Vermeidung bzw. Senkung des erhöhten Blutcholesterins sollte neben der Reduktion tierischer Fette vor allem darauf abzielen, übergewicht zu reduzieren und das Sollgewicht zu halten.


Quelle:
Mit freundlicher Genehmigung der Agrarmarkt Austria Marketing GesmbH (AMA), Wien.
Verfasserin: Mag. Sabine Bisovsky
Weitere Informationen und Broschüren unter: www.ama.at