Wie der Kaffee die Salzburger Milch gefunden hat.

erstellt am 23.09.2015
Wie der Kaffee die Salzburger Milch gefunden hat.

Kaffee mit Milch ist das Lieblingsgetränk vieler Österreich und die Wiener Kaffeehauskultur ist weltberühmt. Doch wie steht es in Salzburg mit dieser Tradition? Wir wollten das genauer wissen und haben deren Entstehung etwas genauer beleuchtet.

 

Wohl kaum eine Stadt in Europa ist so berühmt für seine Kaffeehäuser  wie Wien. Es waren Schriftsteller wie Stefan Zweig oder Emil Honoré de Balzac die im 19. Jahrhundert nicht nur die Literatur beeinflussten, sondern auch die Kaffeehäuser  Wiens mit ihren Besuchen oder Gesprächen prägten.  Einen Kaffee zu trinken bedeutet in den Cafés noch immer, sich Zeit zu nehmen. Genau diese hat es auch gebraucht, bis sich das Heißgetränk von Äthiopien seinen Weg nach Österreich und bis in die Mozartstadt bahnen konnte.

 

Fragt man nach, wie denn der Kaffee dann in die Hauptstadt kam, so hört man meist „Das hat sicher was mit der Türkenbelagerung  zu tun gehabt“. So oder zumindest so ähnlich war es auch tatsächlich. 500 eroberte Kaffeesäcke bildeten die Grundlage für die erste und einzige Kaffeesiederei in Wien im Jahre 1685, für deren exklusiven Betrieb der Armenier Johannes Diodato die Erlaubnis erhielt.

 

Es dauert von da an noch ein paar Jahre bis Johann Georg Fritsch vom damaligen Erzbischof Johann Ernst Graf von Thun und Hohenstein die Erlaubnis erhielt, in Salzburg das Cafégewölb zu eröffnen, wobei nicht genau überliefert ist, ob er dieses jemals eröffnete. Nicht viel später wurde dem Franzosen Jean Fontaine der Verkauf von Kaffee und Schokolade in einer Hofratssitzung im März 1700 bewilligt. Das war die Geburtsstunde des ersten Kaffeehauses in Salzburg. Aus dem Cafégewölb welches er in der Goldgasse 5 eröffnete, wurde 1764 das Café Tomaselli, welches noch heute für österreichische Kaffeetradition steht.

 

Bevor 1824 das Café Mozart gegründet wurde und somit ein weiteres traditionsreiches Café in Salzburg entsteht, gibt es um 1820 sechs verschiedene Lokale in Salzburg die ihren Teil dazu beitragen, Kaffee in Salzburg bekannt und beliebt zu machen. 

 

Wie der Kaffee die Salzburger Milch gefunden hat.

 

Kaffee und Kuchen und andere Köstlichkeiten der Konditoreien Schatz und Fürst hielten erst um 1890 Einzug in die Salzburger Altstadt. Da bereits 1918 das Wort "Cappuccino" im Italienischen auftaucht, müsste es auch zu dieser Zeit in Salzburg die ersten Kombinationen von Kaffee mit Milchprodukten gegeben haben.

 

Die vielen Cafés, die heute die Innenstadt von Salzburg prägen, können also schon auf eine lange Geschichte zurückblicken, welche länger zurückgeht, als man es sich manchmal zu denken vermag. So mag die Salzburger Kaffeetradition nicht bekannt sein,  doch sie ist sicher genauso schön und köstlich!


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