Mehlspeis auf der Alm: Kaiserschmarrn

erstellt am 29.06.2015
Mehlspeis auf der Alm: Kaiserschmarrn

Wie die Festung zu Salzburg und der „Steffl“ zu Wien, so gehört die Mehlspeise zur österreichischen Küche und auch ein Stück weit zur Kultur.

Lässt man das Wiener Schnitzel ausnahmsweise unbeachtet, so gibt es wahrscheinlich keine bekannteren heimischen Speisen als Topfenstrudel, Sacher Torte und Kaiserschmarrn.

 

Gerade Letztgenannter darf auf keiner Almen-Speisekarte fehlen. Er liefert nicht nur jede Menge Power für weitere An- oder Abstiege sondern steht auch für Geselligkeit, weil man ihn oft gemeinsam aus einer Pfanne isst .

Aber was macht Schmarrn so speziell auf der Alm?

Mit großer Neugier habe ich mich auf die Suche nach der Antwort gemacht und bin auf der Postalm, Österreichs größtem Almengebiet zwischen Abtenau und Strobl am Wolfgangsee, fündig geworden.

Am Fuße des Braunedelkogels liegt hier die von Barbara und Leopold Gsenger bewirtschaftete Rettenegghütte.
(Mehr zur Rettenegghütte findet man übrigens hier.)

Mehlspeis auf der Alm: Kaiserschmarrn

Bereits in der vierten Generation bereiten die Wirtsleute hier neben verschiedenen Käsesorten und Butter auch traditionelle Mehlspeisen zu.
Bis zu zehn Topfenstrudel und unzählige Pfannen Kaiserschmarrn können es an einem schönen Tag schon mal sein, wenn die Gäste aus aller Welt, hungrig von einer Wanderung, auf der Alm Rast machen.

Der Kaiserschmarrn ist das Spezialgebiet von Barbaras Mutter, die bereits den  29. Sommer auf der Alm ist und noch immer am liebsten zubereitet.

„Die Butter und die Milch von den eigenen Kühen machen den Unterschied, warum es hier oben besonders gut schmeckt“, meint sie bescheiden.

Früh morgens um fünf werden die Kühe gemolken, wobei der Weg zu den Kühen bis zu einer halben Stunde dauern kann. Das Leben auf der Alm ist nicht leicht, aber auf alle Fälle schön. Im Winter, wenn die Kühe nicht mehr auf der Alm weiden, sondern im Rettenegghof  im Lammertal sind, gehört der Hof von Barbara und Leopold auch zu einem der zahlreichen Milchlieferanten der SalzburgMilch.

 

 

Mehlspeis auf der Alm: Kaiserschmarrn

 

Bevor es nun mit der Schmarrnzubereitung losgeht wird der Holzofen angefeuert und Butter in der Pfanne geschmolzen. Davon allerdings nicht zu wenig.

Wer jetzt ein ausgefallenes Rezept erwartet, liegt falsch. Traditionell ist traditionell und schmeckt.

Butter, Eier, Mehl, Milch, etwas Zucker und eine Prise Salz.
Ich traue mich bei der Zutatenliste die Diskussionsfrage Nummer 1 kaum stellen, mache es dann aber doch: „Was ist mit den Rosinen?“

„Wer sie möchte, sagt das eh bei der Bestellung schon.“ Für alle anderen gibt es ihn ohne.

Die vermengten Zutaten werden in die heiße Pfanne gegeben und anschließend heißt es zunächst: warten. Ist der Teig auf der Unterseite leicht angebräunt, wird gewendet.

 

Noch einmal kurz Ruhe bewahren und langsam beginnen den Teig zu zerteilen, auf den Teller servieren und der Kaiserschmarrn ist fertig. Etwas Staubzucker und wahlweise Preiselbeermarmelade oder Apfelkompott dazu und das Warten hat für die hungrigen Gäste ein Ende.

 

Mehlspeis auf der Alm: Kaiserschmarrn

Ich darf dann auch probieren – und nach all dem, was ich bisher gesehen habe, läuft mir bereits jetzt das Wasser im Mund zusammen. Er schmeckt mir wahnsinnig gut.  

Ob das jetzt an der Almluft und dem Wandern, der frischen Milch & Butter oder den 29 Jahren Kaiserschmarrn-Erfahrung liegt, kann ich nicht sagen. Aber wenn etwas gut ist, dann muss man das ohnehin nicht lange erklären.

 

Während ich so da sitze und die Reste des Schmarrns auf der Almterrasse genieße, bekomme ich eine Vorstellung, warum Kaiser Franz angeblich dem Kaiserschmarrn vor lauter Begeisterung nach einer Jagd seinen Namen verliehen hat. Weil er es verdient hat. Der Kaiser unter den Mehlspeisen. 


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