Käsemythen

erstellt am 05.03.2015
Käsemythen

Gerade im kulinarischen Bereich gibt es oft Behauptungen, die einen - im besten Fall - zum Schmunzeln veranlassen, im schlimmsten Fall aber für Verunsicherung sorgen.
Wir haben uns schlau gemacht, welche Mythen so im Bereich des Käses existieren, woher sie kommen, und was wirklich stimmt. 

  • Mythos 1: Schimmel auf Käse schadet nicht.
    Falsch. Richtig ist: Es kommt darauf an, welchen Käse man meint. Bei Käsesorten wie Camenbert, Brie oder anderen Schimmelkäsen trägt der Schimmel wesentlich zum Geschmack bei und ist - natürlich - Absicht. Auf allen anderen Käsen hat Schimmel aber nichts verloren. Hart- oder Schnittkäse sollte man auf jeden Fall entsorgen.
    Denn: Vor unerwünschten Schimmel ekeln wir uns nicht umsonst intuitiv - er kann unserer Gesundheit schaden.
     
  • Mythos 2: Bei Laktoseintoleranz muss man auch auf Käse verzichten.
    Falsch. Richtig ist: Es kommt auf den Käse an. 
    Um das genauer zu erklären, müssen wir einen kurzen Abstecher zum Reifeprozess machen:
    Wenn Käse reift, wird Laktose in ihre Bestandteile Glukose und Galaktose aufgespaltet und schließlich zu Milchsäure umgewandelt. Man kann also sagen: Je länger Käse gereift ist, desto weniger Laktose enthält er.
    Das bedeutet also: Man muss trotz Laktoseintoleranz nicht auf den Käsegenuss verzichten.
     

  • Mythos 3: Zu Käse passt nur Rotwein.
    Falsch. Richtig ist: Grundsätzlich passen sowohl Weißweine und Rotweine zu Käse. Denn: Es kommt immer auf die Charakteristik der Weine und des Käses an.
    Eine allgemeine Faustregel ist: Je größer der Reifegrad eines Käses ist, desto kräftiger ist er. Zu kräftigem Käse passt am besten auch immer ein kräftiger Wein, Bier oder Most.
    Wer mehr dazu wissen will - wir haben uns hier intensiv mit dem Thema "Käse & Wein" befasst. 

  • Mythos 4: Käse kann man ohne Bedenken einfrieren.
    Falsch. Richtig ist: Guten Käse kauft man wegen seines Geschmacks. Genau da liegt das Problem beim Einfrieren von Käse. Durch die niedrigen Temperaturen im Gefrierfach wird der Reifeprozess gestoppt und der Käse verliert an Geschmack und Aroma. Natürlich hat hier jeder eine andere Meinung und unterschiedliche Erfahrungen gemacht, unser Rat ist aber ganz klar:
    Käse hat im Gefrierfach eigentlich nichts verloren - frisch schmeckt er immer am besten.  

Käsemythen

 

  • Mythos 5: Käse schließt den Magen
    Falsch. Richtig ist: Es gibt Dinge, die weder wirklich falsch noch wirklich richtig sind. Das ist eines davon. Grundsätzlich stimmt es, dass Käse - im wahrsten Sinne des Wortes - den Magen schließt. Früher glaubt man, dass das Eiweiß im Käse dabei hilft, überschüssige Magensäure "abzublocken". Heute weiß man, dass dem nicht so ist - diesen Mythos kann man also zurecht den "FALSCH"-Stempel aufdrücken.
    Eines stimmt aber: Enthält Nahrung Fett, so wird diese vom Magen langsamer an den Darm abgegeben als sonst. Das führt zu einem Sättigungsgefühl. Somit ist es also doch auch teilweise wahr, dass Käse den Magen schließt. Vielleicht sollte man aber eher sagen, dass Käse das perfekte Dinner abschließt.
    Weil er zudem köstlich und leicht zu kredenzen ist, und eine schützende Wirkung vor Karies hat, möchten wir ein gutes Stück Käse als Abschluss eines gelungenen Essens nicht missen.
    Unser abschließender Tipp dazu: Käse braucht, ähnlich wie Wein, die richtige Temperatur. Wenn sie ihn vor dem ersten Gang aus dem Kühlschrank geben, hat er bis zur Nachspeise die Zimmertemperatur erreicht und kann seinen ganzen Geschmack entfalten. 
     
  • Mythos 6: Guter Käse muss stinken
    Falsch. Richtig ist: Viele Käsesorten werden zur Reifung mit Mikroorganismen wie Schimmelpilzen oder Bakterien versetzt, die gesundheitlich unbedenklich sind. Diese bauen das Fett und das Eiweiß zu kleineren Verbindungen ab. Einige der dabei entstehenden Aromastoffe riechen unangenehm. Bei den Aromastoffen der Eiweiße kann es auch der enthaltene Schwefel sein, der stinkt. Wie ein Käse riecht, ist einerseits abhängig von der Zusammensetzung und der Konzentration der Aromastoffe und anderseits von der Dauer der Reifung: Je älter der Käse ist, desto stärker riecht er in der Regel. Generell sagt der Geruch alleine aber nichts über die Qualität des Käses aus.
     
  • Käse schützt vor Karies:
    Richtig! Käse- und Milchprodukte: Sie enthalten viel Kalzium, das die Zähne stärkt und der Demineralisation entgegenwirkt. Das im Käse enthaltene Fett legt sich außerdem wie ein dünner Film über die Zähne und schützt sie so vor einem Säureangriff.

 

Ein guter Tipp zum Abschluss: Der Mensch ist von Natur aus mit allem gesegnet, was ihn vor Schaden schützt. So auch bei diesen Mythen.
Was dem Auge auf den ersten Blick auffällt, was die Nase nicht riechen mag oder was der Geschmack intuitiv zurückweist, sollte gelassen werden.
Wenn man sich dieser einfachen Regel bedient, braucht man selbst den plausiblsten Mythen keinen Glauben schenken - dann weiß man es selbst immer am besten.


email

Kommentare

Image form
Author

Ähnliche Beiträge

Die Käse- & Wein-Party
Käse- & Wein-Parties - längst wieder mehr als nur ein Relikt aus den 90ern. Auf was man achten sollte, was zusammenpasst und was man alles braucht, lesen Sie hier!
Käse - Qualität, Lagerung, Genuss
Wie lagert man Käse am besten? Welche Kennzeichnungen gibt es? Wir haben ein paar wissenswerte Fakten zu den Themen Qualität, Lagerung und Genuss zusammengetragen.